Wimmeliger Holmes mit komischer Gesichtsfarbe auf der Suche nach den Lösungen

Ich bin Holmes-Fan. Schon lange. Als ich vor Jahren als Kind die ersten für Kinder adaptierten Geschichten las, hatte mich die Person gefesselt. Auch mit den ersten Computerspielen hielt der viktorianische Detektiv bei mir Einzug. So ist es dann auch kein Wunder, wenn ich mich bei Apps auf die Suche nach ihm machte. Mit „Eine Falle für den Jäger“ wurde ich fündig, doch die App ließ mich ein wenig ratlos zurück. Vielleicht muss ich Dr. Watson um Rat fragen.

Holmes - eine Falle für den Jäger - zur App

Holmes – eine Falle für den Jäger – zur App

Das kleine Bild bei iTunes machte es spannend und die ersten Screenshots sahen auch gut aus – doch manches Mal wirkt es so, als müsste sich der Meisterdetektiv gleich übergeben oder hatte Besuch von einem fremden Stern. Die Gesichtsfarbe ist alles andere als gesund. Und das kann nicht an seinem Pfeifenkonsum liegen, oder etwa doch?

Für Fans von Wimmelbüchern

Unsere Jungs lieben Wimmelbücher, auch wenn sie so langsam dem Alter entwachsen. So kommt solche App gerade recht. Neue Dinge sind zu entdecken, man kann Gegenständen Leben einhauchen oder Geräusche entlocken, doch hier ist es ein fummeliger Spielspaß. In dem ersten, recht detailreich ausgeschmückten Zimmer macht man sich auf die Suche nach Gegenständen. Die, die es zu finden gilt, sind im unteren rechten Bildschirmrand in Textform zu erkennen. Leider nicht als kleine Bilder. Dies würde den Spielspaß für jüngere Kinder auch erhöhen. So müssen sie die Wörter lesen können. Ein Anklicken der zu suchenden Gegenstände führt jedenfalls nicht zu einer Sprachausgabe, wie sie meiner Meinung nach gut wäre.

Das läuft bei „Pavel Piezo“ besser ab. Gut, die App ist auch für das spielerische Erlernen einer Fremdsprache konzipiert, aber bei Holmes hätte etwas mehr Liebe zur Bedienung der ganzen App keinen Abbruch getan. Das Berühren des iPads führt recht zeitverzögert zu einem Spielergebnis oder eben auch nicht. Berührt man zweimal hintereinander den Bildschirm an einer „falschen“ Stelle, erscheint ein englischer Polizist und ein nervtötendes Geräusch ertönt. Und im ersten Suchbild erscheinen unzählige neue Gegenstände, die es zu finden gilt. Zudem sind einige Begriffe auch falsch geschrieben. Das ist nicht hilfreich.

Das Suchbild an sich ist sehr detailreich gemacht, aber auch dadurch sind die Gegenstände extrem schwer zu finden – daher passt die Alterseinstufung ab 4 Jahren seitens iTunes nicht, aber das ist wie mit den FSK-Angaben. Man geht ja auch nicht mit einem einjährigen Kind in einen FSK-0 Film.  Diese App zeigt, dass man es erst einmal ausprobieren sollte, bevor man den Nachwuchs ans Gerät lässt. Gerade der Frustfaktor ist bei jüngeren Kindern oftmals noch hoch.

Ich werde jetzt noch ein paar Suchbilder abarbeiten und schauen, ob sich am Spielprinzip etwas tut und es hier gegebenenfalls ergänzen. Hast du die App gespielt? Dann freue ich mich über deine Einschätzung in dem Kommentarfeld unter diesem Beitrag.

+ detailreiche Bilder
+ keine In-App-Käufe

– sehr fummelige Bedienung

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Veröffentlicht von

www.appatizer.de/uber

Sven ist seit 1998 im Internet unterwegs, Vater von Zwillingsjungs, schwärmt für Bücher bei seinem ersten Projekt und hier, skandinavisches Design, guten Espresso und ist auch in der Welt der Apps unterwegs.In seinen Workshops berät er Eltern und Lehrer im Umgang mit Tablets und Apps. Er ist Mitorganisator der #denkst-Konferenz in Nürnberg.

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