Was sind kindgerechte Apps – Interview mit Tim von wonderkind

Tim Kiener, Geschäftsführer von wonderkind GmbH - Foto (c) wonderkind

Tim Kiener, Geschäftsführer von wonderkind GmbH – Foto (c) wonderkind

In loser Folge möchte ich in meiner neuen Interviewreihe der Frage nachgehen, was gute kindgerechte Apps sind. Heute freue ich mich sehr über die Antworten von Tim Kiener, Geschäftsführer der wonderkind GmbH, deren Wimmelbuch-App „Mein Bauernhof“ ich kürzlich auf appatizer.de vorgestellt habe.

Wer seid ihr und was macht ihr?
Wir, die wonderkind GmbH, sind ein Studio, das hochwertige Apps für Kinder entwickelt. Wir veröffentlichen jährlich etwa 2 – 4 Apps für Kinder.
Wir investieren sehr viel Herzblut in unsere Produkte und wollen nicht einfach “von der Stange” produzieren.
Alles wird bei uns im Haus konzipiert und entwickelt. Die Konzeptionsphase nimmt mitunter einen recht langen Zeitraum in Anspruch und leider werden wir mit einem erfolreichen Konzept auch häufig kopiert.


Wir legen großen Wert darauf, dass unsere Apps von Kindern und Eltern gleichermaßen gerne genutzt werden.
Mit unserem wonderkind-Stil heben wir uns von der Masse andere Apps ab. Wir illustrieren ganz bewusst komplett analog und geben unseren Bildern [und Animationen] so eine ganz eigene, handgemachte Anmutung.

Arbeitsschritte bei "Mein Bauernhof" - Foto (c) wonderkind

Arbeitsschritte bei „Mein Bauernhof“ – Foto (c) wonderkind

Unser Kern-Team zur App-Entwicklung besteht aus rund 9 Personen:

  • 1x Projektleiter
  • 1x Art-Director
  • 2x Animator
  • 2x Software-Entwickler
  • 1x Illustratorin
  • 1x Sound-Designer und Voice-Artist
  • 1x Presse und Social Media

Seit wann entwickelt ihr Apps?

Wir haben uns 2010 gegründet und sind im Dezember 2010 mit unserer ersten App in den Apple App Store gestartet.

Wie lange dauert eine Entwicklung?

In der Regel 3-6 Monate. An unserer neusten App „Mein Bauernhof” haben wir 5 Monate gearbeitet.

Was zeichnet eine gute kindgerechte App aus?

Vor allem drei Dinge:

  1. Intuitive Bedienung: Denn eine Kinder-App muss eigentlich gar nicht bedient werden, sondern in erster Linie gespielt. Viele Erwachsene sind in der Bedienung von Apps bereits konditioniert. Kinder schauen sich die Gesten bei den Großen ab: Wischen und Drücken. Wir versuchen aber auch die Motorik kleiner Kinder zu berücksichtigen.
  2. Witz und Charme: Wir versuchen auch immer mal wieder verrückte Sachen und Überraschungen einzubauen, die niemand erwartet. So können Kinder und Erwachsene gemeinsam lachen.
  3. Gutes Sound-Design: Eine Idee oder Geschichte wird nicht nur von der Animation und der Illustration getragen. Ganz wichtig ist auch das Sound-Design.

Dann gibt es da noch das schwierige Thema der Werbung und In-App-Käufe. Wir bei wonderkind wollen unbedingt einen Effekt wie an der Supermarkt-Kasse vermeiden: Süßigkeiten für die Kleinen und hoffen dass die Eltern schwach werden. Gleichzeitig möchten wir natürlich auch über Neuigkeiten informieren.

Unsere Apps enthalten ausnahmslos keine In-App-Käufe und keine Werbung für Dritte. Wir geben lediglich Info in einem kleinen Banner auf der Startseite zu unseren eigenen neuen App-Releases – dahin gelangt man allerdings nur, wenn man die Kindersicherung ausschaltet. Zudem sollten Kinderapps im Flugzeugmodus gespielt werden können, damit das Kind nicht unbeaufsichtigt im Netz surfen kann.

Muss man bei der Entwicklung für Kinder-Apps bestimmte Details berücksichtigen?

Allen voran muss man berücksichtigen, dass Kinder und Erwachsene die Apps ganz unterschiedlich nutzen. Obwohl wir schon zahlreiche Kinderapps veröffentlicht haben und man meinen könnte, wir haben Routine, gehen wir während der Entwicklung immer wieder zu unseren eigenen und befreundeten Kindern und lassen sie unsere Apps spielen. Alles was wir dann machen ist: beobachten und daraus lernen, was wir verbessern können.

Was ist das Besondere an „Mein Bauernhof“?

„Mein Bauernhof“ deckt sehr viele Facetten erfolgreicher Kinderapps ab. Hier ein paar Highlights:

  1. 1Kreativität und Lernen: In der 3. Szene kann man z.B. Eier bemalen. Die Farbe dafür kann das Kind sich selbst an einer Tafel zusammenstellen aus den drei Grundfarben Rot, Grün, Blau.
  2. Aufgaben lösen: In der 1. Szene kann man die Bäuerin das Beet säen lassen. Anschließend muss es erst mit der Gießkanne gegossen werden, bevor die Karotten wachsen. In der 2. Szene kann das Kind den Mähdrescher herbei rufen und die Ernte einfahren. Anschließend muss noch der Acker gepflügt und neue Saat ausgebracht werden. So, wie die Abläufe auch im richtigen Leben sind. Es gibt noch viele ähnlicher Aufgaben in “Mein Bauernhof”.
  3. Entdecken: Es gibt unzählige Details zu entdecken. Jedes Mal aufs Neue wird man ein Detail finden, das man noch nicht kannte. Am meisten Spaß macht es, wenn Erwachsene und Kinder die Szenen gemeinsam erkunden.

Was ist als nächstes geplant?

Das ist natürlich noch geheim… Aber so viel sei gesagt: Wir werden 2015 noch mindestens drei weitere Apps veröffentlichen. Momentan arbeiten wir sogar an zwei Apps parallel.

Lieber Tim, vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen – dir und deinem Team weiterhin ein gutes Händchen und wir freuen uns auf weitere interessante Kinder-Apps.

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Du möchtest lernen, was kindgerechte Apps sind? Dann ist mein Workshop genau das Richtige für dich. Wie vermeide ich In-App-Käufe? Gibt es gute Kinder-Apps? Woran erkenne ich sie? Mach gleich mit.

Abbildungen: (c) wonderkind GmbH

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Veröffentlicht von

www.appatizer.de/uber

Sven ist seit 1998 im Internet unterwegs, Vater von Zwillingsjungs, schwärmt für Bücher bei seinem ersten Projekt und hier, skandinavisches Design, guten Espresso und ist auch in der Welt der Apps unterwegs.In seinen Workshops berät er Eltern und Lehrer im Umgang mit Tablets und Apps. Er ist Mitorganisator der #denkst-Konferenz in Nürnberg.

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