Was sind gute Kinder-Apps – Interview mit Kristin Heitmann von appp media

Kristin Heitmann - Gründerin von appp media / Foto (c) appp media

Kristin Heitmann – Gründerin von appp media / Foto (c) appp media

In meiner Interviewreihe stehen die Macher von kindgerechten Apps im Vordergrund. Was ist für sie wichtig, beim Erstellen von Kinder-Apps, wie arbeiten sie und was ist das Spannende daran?

Wer seid ihr und was macht ihr?

Wir sind ein Unternehmen in München, das qualitativ hochwertige Apps für Kinder entwickelt. Unser Ziel ist es für die mobilen Endgeräte sichere, kindgerechte und pädagogisch durchdachte Inhalte zu entwickeln. Unsere Apps wurden vielfach von Fach- Jurys ausgezeichnet, vor allem aber von den Kindern weltweit geliebt. Wir wollen die technischen Möglichkeiten des iPads mit den Ansprüchen an ein gutes Kinderbuch bzw. gutes Lernmaterial verbinden.

Hier bei uns im Haus machen wir Konzeption und Programmierung, teilweise das Screensdesign, Animation und Sounddesign und dazu den Großteil des Marketings. Für die Konzeption bin ich, Kristin Heitmann zuständig. Die Programmierung und die liebevollen Animationen macht Jan Maßberg.

Für die Serie „Meine 1. App“ haben wurden alle Grafiken von der wunderbare Kinderbuchillustratorin Pe Grigo erstellt.

Für unsere aktuelle App-Serie „Mathe Verstehen“ hat die junge talentierte Gamedesignerin Angelika Achter die Illustrationen erstellt.

Apple Artwork

Seit wann entwickelt ihr Apps?

Im Frühling 2011 habe ich für meine eigenen Kinder Apps gesucht und konnte fast keine hochwertige deutschsprachigen Apps für Kinder finden. Das war der Auslöser selber Kinderapps zu entwickeln.

Wir haben umgehend mit der Konzeption begonnen und im November konnten wir die App im App Store live schalten und begeistert die ersten Verkäufe beobachten.

Wie lange dauert eine Entwicklung?

Meist beginnt die Konzeption mit einer Idee, die dann langsam reift, während man noch an anderen Projekten arbeitet.

Von dem Moment, in dem wir dann die ersten Striche auf Papier bringen (wir fangen meist tatsächlich auf langen Papierbahnen an unsere Gedanken zu sortieren) bis zur fertigen App vergehen dann 3 bis 4 Monate. Manchmal gibt es in Testrunden mit Kindern überraschende Erkenntnisse, die eine Änderung erforderlich machen, dann ist schnell ein Monat mehr vergangen.

Konzentriertes Spielen ohne Datenweitergabe - Foto (c) appp media

Konzentriertes Spielen ohne Datenweitergabe – Foto (c) appp media

Was zeichnet eine gute kindgerechte App aus?

Kindgerechte Apps sammeln und teilen keine Daten. Wir würden uns sehr ein (internationales) Qualitätssiegel wünschen, dass Kinderapps aus technischer Sicht prüft. Dann könnten Eltern bewusst entscheiden ob sie wirklich mit den Daten der Kinder für eine App zahlen möchten oder lieber ein paar Euro.

Man sollte sich bewusst machen, dass bei fast allen kostenlosen Apps Daten gesammelt werden. Sei es nur Spieldauer oder Spielverhalten, was für den Entwickler als Rückmeldung interessant sein kann, oder aber personenbezogene Daten wie Standort oder gar Adressbuchdaten.

Weitere wichtige Punkte sind:

  • Qualitativ hochwertige Grafik, Musik, Sound und fehlerfreie Programmierung. Nichts ist nerviger und frustrierender als abstürzende Apps.
  • In App-Käufe und Werbung in Apps kann ich persönlich gar nicht gutheißen, daher sind unsere Apps frei davon. Wir haben jedoch in der Mathe Verstehen App einen Hinweis auf unsere weiteren Apps. Der dazugehörende link liegt dazu aber selbstverständlich in einem gesicherten Bereich, damit er nicht aus versehen geklickt werden kann.

Muss man bei der Entwicklung für Kinder-Apps bestimmte Details berücksichtigen?

Ganz wichtig ist kindergerechtes Screendesign. Beim Testen unserer „Meine 1. App – Band 3 Flughafen“ spielten mehrere Kinder gemeinsam. Dabei haben wir gesehen, dass gerade kleine Kinder häufig eine Hand beim Spielen oder Zuschauen auf dem Display abgelegen. Daraufhin haben wir die Programmierung so geändert, dass alle Funktionen erhalten bleiben, auch wenn ein paar Finger mehr auf dem Display liegen. Es ist wichtig auf solche Kleinigkeiten zu achten. Selbstverständlich sollten alle Funktionen selbsterklärend sein, wenn eine App sich an Nichtleser richtet. Und auch sollte der Ton jederzeit ausgestellt werden können.

Was ist das Besondere an der neuen App „Mathe Verstehen“?

„Mathe Verstehen – Das kleine Einmaleins“ ist eine App mit der das Üben Spaß macht. Die App hat neben 4 Übungsformen einen Duell- Modus und ein Montessori Hunderterbrett zum freien Erkunden. Im Duell können Kinder gegen Kinder oder aber auch Kinder gegen Erwachsene im Kopfrechnen antreten. Dies ist möglich, da verschiedene Schwierigkeitsstufen gewählt werden können. Die App ist am Lehrplan ausgerichtet und man kann auch einzelne Einmaleinsreihen, die man üben möchte oder muss, einstellen.

In der Übersicht sieht man wie lange ein Spieler das Einmaleins geübt hat und wie viele Aufgaben der Spieler richtig lösen konnte. Wir freuen uns, dass auch immer mehr Schulen unsere App einsetzen.

Was ist als nächstes geplant?

Wir sind in der Endphase der Entwicklung von „Mathe Verstehen – Addition und Subtraktion“ mit der gerade Erst- und Zweitklässler plus und minus rechen üben können. Besonders wichtig war es dabei den Zehnerübergang zu verdeutlichen.

Danach werden wir voraussichtlich in 2015 noch eine oder sogar zwei weitere „Mathe Verstehen“ Apps herausbringen und damit einen Großteil des Grundschul- Mathematikunterrichts abdecken.

Vielen Dank für das Interview. Ich bin auf die kommenden Mathe-Apps, gerade für den Grundschulbereich, gespannt. Mehr zu dem Angebot hier.

Fotos (c) appp media

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Veröffentlicht von

www.appatizer.de/uber

Sven ist seit 1998 im Internet unterwegs, Vater von Zwillingsjungs, schwärmt für Bücher bei seinem ersten Projekt und hier, skandinavisches Design, guten Espresso und ist auch in der Welt der Apps unterwegs.In seinen Workshops berät er Eltern und Lehrer im Umgang mit Tablets und Apps. Er ist Mitorganisator der #denkst-Konferenz in Nürnberg.

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