Das Digitale Klassenzimmer

Die Digitalisierung des Klassenzimmers - Foto (c) USA-Reiseblogger @pixabay.com

Die Digitalisierung des Klassenzimmers – Foto (c) USA-Reiseblogger @pixabay.com

Digital im Unterricht – Fluch oder Segen?

Die Digitalisierung schreitet voran. Auch in den Klassenzimmern hält sie immer mehr Einzug. Die Anzahl der Smartphones allein schon in der vierten Klasse der Grundschule hat hierzulande stark zugenommen. Nun sollen diese Geräte auch im Unterricht genutzt werden. Kann das funktionieren?

Schulen, die noch kein Whiteboard haben, gelten als „old-school“. Schnell wird Geld lockergemacht. Wenn man Glück hat, stehen die Whiteboards nicht monatelang im Keller, sondern werden aufgebaut, angeschlossen und die verantwortlichen Lehrer erhalten eine weitreichende Einarbeitung in das neue Gerät. Doch oftmals verkümmern die teuer angeschafften Geräte. Höchstens genutzt als das, wofür ein Beamer genauso gut geeignet wäre.

Digitalisierung geht anders?

Digitale Medien im Unterricht nutzen und erfahren, sind heute an weiterführenden Schulen unabdingbar. Ob man nun im Grundschulalter schon Apps programmieren können muss, lasse ich jetzt hier einmal außen vor. Welche Möglichkeiten es gibt, Kindern das Programmieren mit Scratch oder Calliope näherzubringen, beleuchte ich in einem der nächsten Artikel.

Die Realität sieht an vielen Schulen jedoch anders aus: zusammengeklaubte, altersschwache Rechner fristen ihr Dasein in dunklen Ecken. WLAN gibt es nicht, häufig wurden funktionierende Netzwerkmöglichkeiten „gesund sarniert“. Danach ist kein Internetzugang mehr möglich. Dafür kann man dann auf den alten Rechnern in altersschwacher Pixelgrafik Spiele von vor 30 Jahren spielen. Das ist auch nicht der Sinn eines digitalen Klassenzimmers.

Es gibt unzählige Stiftungen hierzulande, die die Digitalisierung der Klassenzimmer vorantreiben wollen. Teils gemeinnützig, manches Mal aber auch aus eigenem Interesse. Drängen große Unternehmen, wie beispielsweise Microsoft oder Google in Klassenräume, ist der Aufschrei groß. Es ist abzuwägen, was mit den Finanzspritzen der Unternehmen angestellt und im weiteren Verlauf genutzt wird.

Es gibt den Blick in andere Länder, über den Tellerrand. Wie läuft es beispielsweise in Australien? Wie gehen dort Schulen mit dem Thema Digitalisierung um. Zu verkrampft darf man das Thema nicht sehen. Zu locker auch nicht. Geeignete Schule und Einarbeitung der Lehrer und eine ständige Fortbildung sind das A und O. Nicht neu, immer wieder erzählt, aber kaum umgesetzt.

Stattdessen wird mit einer Gießkanne schnell einmal ein Fördertopf angestochen. Schnell noch Geld abholen, bevor es nichts mehr gibt. Geräte werden angeschafft, nicht genutzt und verstauben. Das sorgt für Frust auf allen Seiten. Die Digitalisierung hat uns Eltern im Griff. Bekommt der Nachwuchs zum Schulübertritt das erste Smartphone,  „mit dem man auch ins Internet kann“, beginnt bei vielen Eltern der Stress. Eine Whats-App-Gruppe hier, ein andere Forum da und welche Bilder postet mein Kind in den sozialen Netzwerken, wo es – streng genommen – noch nicht einmal angemeldet sein dürfte.

Hier ist viel Aufklärungsarbeit nötig. Klare Regeln, Zeiten für die Internetnutzung und auch das im Auge-Behalten, was der Nachwuchs zu treibt. Aufklärung kann auch der Schulunterricht zum Thema „Digitalisierung“ schaffen. Vorausgesetzt es fand dort eine wertfreie Auseinandersetzung mit dem Thema statt und das Thema lastet nicht nur auf der Schulter eines einzigen Kollegen.

Bei Fragen rund um die richtigen Apps oder was wie im Klassenraum angeschafft werden sollte, helfe ich gerne weiter.

Wie ist es bei dir an der Schule der Kinder? Was läuft dort gut und was weniger gut? Wie digital ist die Schule aufgestellt? Ab damit in das Kommentarfeld unter diesen Beitrag.

Foto (c) USA-Reiseblogger @pixabay

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Veröffentlicht von

www.appatizer.de/uber

Sven ist seit 1998 im Internet unterwegs, Vater von Zwillingsjungs, schwärmt für Bücher bei seinem ersten Projekt und hier, skandinavisches Design, guten Espresso und ist auch in der Welt der Apps unterwegs.In seinen Workshops berät er Eltern und Lehrer im Umgang mit Tablets und Apps. Er ist Mitorganisator der #denkst-Konferenz in Nürnberg.

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